Kurorte

Kurorte, Kurstädte und Heilbäder gelten als Kompetenzzentren für einen Gesundheitsurlaub. Diese Erholungsorte bieten alle Voraussetzungen, um Krankheiten präventiv vorzubeugen, Beschwerden zu lindern oder den Gesundheitszustand wiederherzustellen. Auf dieser Seite möchten wir Ihnen erklären, was einen Kurort im Detail ausmacht, welche Arten von Kurorten und Heilbädern es gibt und nach welchen Kriterien Sie den für sich passenden Reha Ort auswählen können.

Definition: Was ist ein Kurort?

Ein Kurort ist, grob gesagt, ein Ort, an dem gesundheitsfördernde Maßnahmen stattfinden. Insbesondere in Deutschland darf sich aber nicht jede Destination einfach „Kurort“ oder „Kurstadt“ nennen. Um als eben solche anerkannt zu werden, müssen im Allgemeinen die folgenden Faktoren zusammenkommen:

  1. Heilmittel: Es muss ein natürliches Heilmittel wie Thermalwasser oder mineralischer Heilschlamm vorhanden sein.
  2. Klima: Das Klima muss durch besonders reine oder salzhaltige Luft als gesundheitsfördernd einzustufen sein.
  3. Infrastruktur: Es muss ortsansässige Einrichtungen zur Therapie oder Behandlung von Krankheiten geben.
  4. Umgebung: Die Umgebung muss ein hohes Potenzial zur Erholung vorweisen. Dieses kann durch Kurparks, ein verkehrsberuhigtes Stadtzentrum oder Natur-Landschaften erreicht werden.

Geschichte der Kurorte in Europa

Therme in Bath, England

Kurorte in Europa haben ihre Wurzeln im Alten Rom. Die Römer nutzten heiße Dämpfe und Thermalquellen zu gesundheitlichen und gesellschaftlichen Zwecken. Überreste dieser Thermen lassen sich noch heute an vielen Stellen in Europa besichtigen.

Auch in Japan wurde schon in frühester Zeit in heißen Quellen (Onsen) gebadet.

Die erste moderne Badekultur, so wie wir sie heute kennen, entstand im 18. Jahrhundert. Sie wurde im belgischen Kurort Spa und in den englischen Kurbädern Bath, Brighton, Buxton und Harrogate entwickelt.

Als Vorreiter gilt der britische Mediziner Richard Russell. Er beschäftigte sich allen voran mit der positiven Wirkung von Meerwasser.

Im 19. Jahrhundert schwappte diese Entwicklung auf das europäische Festland über. Zu dieser Zeit entstanden mit Baden-Baden, Bad Kissingen, Heiligendamm, Bad Ems, Karlsbad, Marienbad, Bad Ischl und Bad Gastein einige der ersten Kurorte Europas.

Arten von Kurorten

Es gibt verschiedene Arten von Kurorten. Diese unterscheiden sich nach ihrer Lage und den am Ort natürlich vorkommenden und genutzten Heilmitteln.

Heilbäder

Heilbad

Um das Prädikat „Heilbad“ zu erhalten, muss ein gesundheitsförderndes Klima vorhanden sein und im Kurort wissenschaftlich anerkannte Therapiemaßnahmen durchgeführt werden. Auch sollte der Ort über einen Kurpark und medizinisches Personal verfügen. Kurorte, die entsprechend anerkannt werden, dürfen den Zusatz „Heilbad“ im Ortsnamen führen. Es wird zwischen Seeheilbädern, Mineralheilbädern, Moorheilbädern, Thermalheilbädern und Schwefelheilbädern unterschieden.

Heilklimatische Kurorte

Heilklimatischer Kurort

Heilklimatische Kurorte zeichnen sich durch ihr besonderes Bioklima aus. Dabei wird zwischen dem Reiz- und dem Schonklima unterschieden. Reizklima ist am ehesten am Meer und im Hochgebirge (ab über 1.500 Metern) zu finden. Schonklima herrscht meist in Lagen zwischen 300 und 1.000 Höhenmetern. Um die Qualität vor Ort zu sichern, ist der Verkehr oft auf ein Minimum beschränkt.

Luftkurorte

Luftkurort

Ein Luftkurort ist mehr oder weniger ein „heilklimatischer Kurort“, der nicht alle Voraussetzungen erfüllt, aber dennoch aufgrund seiner Luftzusammensetzung bei der Behandlung von bestimmten Krankheiten, wie z.B. Atemwegserkrankungen, hilft. Die positiven Eigenschaften müssen durch ein Gutachten in regelmäßigen Abständen bestätigt werden. An Luftkurorten finden in der Regel keine stationären Kuren statt.

Seebäder

Seebad

Seebäder nutzen, wie der Name schon suggeriert, die Kraft des Meeres für ihre medizinische Therapie. Hier kommen Salzwasser, Sand, Algen und Schlick zum Einsatz. Die gängigste Kurform in Seebädern ist die sogenannte Thalassotherapie, bei der Bäder, Massagen und Peelings mit eben diesen Heilmitteln durchgeführt werden. Die therapeutische Luft der See lässt sich bei Spaziergängen am Strand und auf Thalasso-Kurwegen erleben.

Kneippkurorte

Kneippkurort

Der bayerische Pfarrer Sebastian Kneipp machte sich einen Namen als „Wasserdoktor“. Er entdeckte Mitte des 19. Jahrhunderts in einem Experiment an sich selbst die heilenden Eigenschaften von Wechselbädern. Ein Kneipp-Kurort muss vorweisen, dass er die Anwendung der Wasserkuren nach Kneipp anbieten kann. Dazu gehören vor allem die erforderlichen natürlichen und infrastrukturellen Ressourcen.

Orte mit Heil-Kurbetrieb

Ort mit Heil-Kurbetrieb

Hierzu zählen vor allem die Orte mit Heilquellen-Kurbetrieb, welche eine staatlich anerkannte Heilquelle mit nachweislich wirksamem Heilwasser besitzen. Orte mit Mineral- oder Thermalquellen befinden sich vor allem in Mittel- und Süddeutschland sowie Tschechien, Slowenien, Österreich und Ungarn. Aber auch Orte mit Sole-Kurbetrieb und Heilstollen-Kurbetrieb gehören in diese Kategorie.

Den passenden Kurort finden

Kurorte nach Region

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Kurorte nach Indikation

Kurorte nach Indikation

FAQ zu Kurorten und Kurbädern

In welchen Kategorien unterscheidet man Kurorte?
Welche Arten von Heilbädern gibt es?
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um als Kurort anerkannt zu werden?
Welche Kurorte sind Weltkulturerbe?